Das Potenzial kreativer Schaffensprozesse

Lösungskompetenzen

Ein ästhetisch-sinnlicher Zugang erweitert die Wahrnehmung. Gewohnte Schleifen können durchlaufen werden und auf einer neuen Ebene zu neuen Antworten auf alte Fragen führen. Das Spektrum der Verhaltens- und Haltungsalternativen wird durch die Erweiterung verbaler und reflektiver Fähigkeiten, sowie um assoziative und nonverbale Ausdrucksweisen vergrößert. Es können durch assoziative Verfahren Querbezüge hergestellt werden, die zu neuen Lösungen führen, wie sie durch lineare, kognitive Verfahrensweisen nicht geleistet werden können. Durch das Verknüpfen von scheinbar Unpassendem fließen Ideen und alte Denkmuster können sich lockern. Kunstanaloge Methoden unterstützen Menschen darin, ihre Erkenntnisse gewinnbringend in konstruktive Lösungen einfließen lassen zu können.

Wohlbefinden

Wenn es uns gelingt, ein Projekt erfolgreich umzusetzen und wir ein selbstgestaltetes Produkt oder Werk in den Händen halten, begutachten und bestaunen können, entsteht ein durchaus gutes Gefühl. Sinnlich-ästhetische Erlebnisse nehmen sowohl physisch als auch psychsich Einfluss. Die positive Wirkung beeinflusst unser Wohlbefinden, stärkt das Selbstvertrauen und steigert die Zufriedenheit. Das möchte ich mit dem WERKTRAUM transportieren und teilen.

Nachhaltigkeit

Wir können uns schon lange nicht mehr darauf ausruhen, dass unsere Ressourcen in Unmengen zur Verfügung stehen und wir unbedacht unmengen Müll produzieren. Upcycling ist ein Baustein mit dem der WERKTRAUM darauf reagiert. Von Müllvermeidung über Weiterverarbeitung bis Aufarbeitung und Wiederverwertung liefern Upcyclingprojekte neue Lösungen im Umgang mit scheinbar "Unbrauchbarem" und machen auch noch Spaß. Schon als Kind habe ich mich dafür interessiert. So kam ich dazu, alte Möbel aufzuarbeiten, Dinge zweckszuentfremden und neue brauchbare Produkte zu entwickeln. Damals gab es den Begriff UPCYCLING natürlich noch nicht und ich verstand nicht wirklich was ich da tat. Mein Vater nannte es damals liebevoll "SPERRMÜLLDESIGN". Wir nennen es heute Upcycling. Ich möchte andere auch von dem positiven Lebensgefühl partizipieren lassen, welches entsteht, wenn wir etwas mit den Händen machen und Gedanken zum bewussteren Leben anregen.

Geschlechtersensibilität

Ich bin der Überzeugung, dass Handwerk nicht nur Männersache ist und Kreativität nicht nur Frauensache. Vor diesem Hintergrund ist der Aspekt „Gender“ ein zusätzlicher Bestandteil der WERKTRAUM.philosophie. Sensibiliierung statt Missionierung, ist hier das Stichwort. Das Thema selbst wird kritisch beäugt und wirft immer wieder neue Fragen auf, denen ich mich stellen möchte, mit dem Ziel, Vielfalt in der Praxis lebbar und umsetzbar zu machen. So sollen Jungen und Mädchen frühzeitig erfahren, aber auch Männern und Frauen erkennen, dass Rollenvielfalt und Diversität eine Chance und kein Hindernis ist, die ein wertschätzendes und achtsames Miteinander fördern sowie in der beruflichen wie auch persönliche Entwicklungen neue Freiräume eröffnet. - Wer will ich sein?! Wer kann ich sein?!

Die Zukunft der Arbeitswelt mit gestalten

Coworking ist ein Konzept, welches zu einem zukunftsfähigen Modell heranwächst. Ursprünglich aus der Kreativszene stammend, wird Coworking zunehmend für Selbstständige, Startups und Unternehmen anderer Branchen interessant. Das Angebot, aber auch die Arbeitsatmosphäre in Coworking Spaces eröffnet neue Wege des miteinander Arbeitens. Die Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams fördert gemeinschaftliches Denken und Handeln sowie die Entwicklung kreativer Lösungen und innovativen Ideen. In dem Konzept Coworking Werkstatt mit flexibler Kinderbetreuung sehe ich die Chance gemeinsam eine neue Form des miteinander Arbeitens auch als Frau oder Mann mit Kind zu gestalten und zu diskutieren. Zudem sehe ich darin die Chance eine Plattform zu schaffen, die auch für Frauen attraktiv ist. Werkstätten werden auf Grund des sehr technikbasierten Angebots eher von Männern genutzt. Meine Beobachtungen und Erfahrungen zeigen, dass die Bedürfnisse der Frauen andere sind als die der Männer. Dies zu berücksichtigen ist ein weiteres Ziel meiner Arbeit.

Sinnhaftigkeit schaffen

Die Entwicklung der Arbeitswelt zeigt, dass Maschinen und Computer immer mehr die Aufgaben von Menschen übernehmen. Menschen werden nach neuen sinnhaften Aufgaben suchen müssen. Es werden neue Arbeitsfelder entstehen. Coworking und andere gemeinschaftorientierte Plattformen verändern schon jetzt die Arbeitswelt. Sie sind eine Reaktion auf den Wandel. Die Vernetzung und das Zusammentreffen unterschiedlicher Disziplinen bringt neue Aufgaben hervor und schafft somit Sinnhaftigkeit. Der WERKTRAUM als Coworking Werkstatt ist ein Praxisbeispiel, mit welchem diese Entwicklung vorangetrieben werden soll.